Heute starten wir eine kleine Serie über das Thema innere Stärke, welches für Mama so unglaublich wichtig ist, weil es uns so ziemlich alles leichter macht in unserer Elternschaft. Und dazu teile ich praktische Tipps, wie du das auch wirklich umsetzen kannst. In der heutigen Folge teile ich dazu drei praktische Ideen, damit du in die Umsetzung kommen kannst.

Den Podcast kannst du dir auf allen gängigen Plattformen anhören.

In dieser Podcastfolge geht es darum, wie du deine innere Stärke erhöhen kannst, als Mutter oder auch als Vater und was dir das überhaupt bringt. Wenn du das tust. Denn es geht nicht ganz von alleine. Es braucht deinen Einsatz und es braucht ein bisschen zeitlichen Aufwand, auch um anfangs rein zu kommen in eine Routine.

Diese Auseinandersetzung mit sich selber kann herausfordernd sein und ich bin überzeugt, dass sich das für jeden Mensch total lohnt.

Innere Stärke = Resilienz

Ein anderes Wort für innere Stärke ist Resilienz. Das hast du vielleicht schon gehört. Das ist diese Widerstandskraft, die wir haben. Also wenn etwas im Leben passiert, was uns herausfordert oder in Krisen kommen. Und diese Herausforderungen haben wir als Eltern gefühlt 47 Mal pro Tag. Und wie wir diese meistern können, unbeschadet daraus wieder hervorgehen, sogar noch etwas daraus lernen und daran wachsen können.

Unsere Kinder sind eine wunderbare Chance, um selbst zu wachsen.

Resilienz als Eltern – in die Wiege gelegt?

Ich selbst habe schon lange an diesem Thema für mich gearbeitet, weil mir diese innere Stärke nicht in einem so grossen Ausmass in die Wiege gelegt wurde.

In die Wiege gelegt wird uns die innere Stärke jedoch nur bedingt.

Natürlich haben wir alle genetische Anlagen, die unterstützen, ob wir mehr oder weniger von solchen Eigenschaften haben.

Jedoch macht auch ein wichtiger Teil aus, was wir uns in der Kindheit aneignen können.

Wenn du diese in der Kindheit nicht in einem grossen Masse entwickeln konntest, dann ist noch gar nichts verloren.

Man kann Resilienz auch als Eltern trainieren und du musst auch nicht von einem Tag auf den anderen irgendwie von null auf hundert kommen.

Schon nur ein kleines bisschen mehr innere Stärke kann im Umgang mit deiner Familie oder auch in deinem Wohlbefinden, deiner Zufriedenheit einen riesigen Unterschied machen.

Mehr innere Stärke für Eltern und Kinder

Also es lohnt sich auf jeden Fall für dich, weil du dich wohler fühlst und die Herausforderungen durch dein Kind und durch den Familienalltag besser bewältigen kannst. Auch wirst du viel Stressresistenter.

Was auch super ist, dass du das dann gleich deinem Kind mitgeben kannst. Denn wie gesagt, viel entwickelt sich von dieser inneren Stärke in unserer Kindheit.

Resilienz wird ihm praktisch alles leichter machen. Nicht nur das eigene Elternsein, sondern vieles in dieser Welt; sich zu behaupten und bei der Arbeit sich durchzusetzen und für sich einzustehen. Auch glücklichere Beziehungen sind so möglich und eine grössere psychische Widerstandskraft.

Sich durch innere Stärke nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen lassen

Durch eine ausgeprägtere innere Stärke lassen wir uns von unseren Kindern nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Denn dein Kind ist nicht die Ursache, wenn du dich ärgerst, wenn du wütend wirst, sondern es ist immer etwas in dir drin, welches die Ursache ist.

Das Kind ist nur der Auslöser. Es hat den «richtigen» Knopf gedrückt und dann geht’s los bei dir. Du bist auf 180, wirst wütend oder vielleicht wirst du traurig, bist enttäuscht. All das passiert in deinem Inneren.

Wenn du dich mit dir auseinandersetzt und deine innere Stärke trainierst, dann ist es dir möglich diese Dinge zu betrachten und sicher zu stellen, dass du möglichst wenig davon an dein Kind weitergibst.

Mein wichtigster Tipp für mehr innere Stärke und auch für einen entspannten Umgang mit unseren Kindern ist anzunehmen, was da ist.

Gib mir Gelassenheit!

Es gibt ein ein Zitat, welches ich super super wichtig finde, auch für mich. Was ich mir immer wieder vor Augen führe und das ist: «Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.»

Denn oft ärgern wir uns über Dinge, die wir nicht ändern können. Und das ist verpuffte Energie. Klar kann es befriedigend sein im ersten Moment, wenn man sich darüber ärgert. Doch auf längere Sicht bringt es nicht viel, wenn ich mich jetzt darüber ärgere, dass es regnet, denn das Wetter lässt sich dadurch nicht verändern. Sich zu ärgern kostet Energie und bringt wenig.

Was etwas hilft, ist es, zu sehen, was wir ändern können. Was könnte ich ändern? Wo kann ich etwas machen? Und dann auch tatsächlich was zu ändern, statt mich nur darüber zu ärgern.

Damit kommen wir zu den 7 praktischen Tipps für mehr Selbstvertrauen.

7 Tipps für mehr innere Stärke und Resilienz als Eltern

1. Erst Annehmen, was ist – erst dann Wege finden, um etwas zu ändern

Hat dein Kind ein anderes auf dem Spielplatz geschuppst.

Ist sch… zwar doof, doch nun ist es schon passiert. Schimpfen bringt nichts und ärgern verändert auch nichts.

Geändert kann nichts mehr werden.

Natürlich sollst du deinem Kind sagen, dass du nicht möchtest, dass es andere Kinder schuppst und dass es dir wichtig ist, dass alle heile bleiben. Auch kannst du dich bei dem Kind und den Eltern entschuldigen, sowie schauen, ob irgend jemand dringend Hilfe braucht.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie es dir immer besser gelingt Dinge anzunehmen, wie sie sind. Eine der einfachsten kann es sein, sich ein Satz oder Wort für solche Situationen bereitzulegen.

Mein Wort dazu ist «Jänu». Das ist Schweizerdeutsch und passt perfekt in solche Situationen. Kennst du für dich ein solches Wort oder einen passenden Satz?

Möchtest du lernen die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind? Das ist ein wichtiger Punkt in vielen Coachings – mehr darüber kannst du bei meinen Angeboten erfahren.

Notfallplan für Mütter

2. Lerne deine Emotionen kennen und übernimm die Verantwortung für sie

Wir mögen angenehme Gefühle und versuchen die unangenehmeren wegzudrücken. Vielleicht fühlt es sich manchmal sogar falsch an, «schlechte» Gefühle zu haben.

Einerseits wurde uns dies von der Umgebung möglicherweise so mitgegeben, andererseits glauben einige es wäre möglich, immer glücklich zu sein. Nun das ist es nicht. Das Leben ist bekanntermassen kein Ponyhof und es wird immer wieder schwierige Situationen und Krisen geben.

Besonders im Leben als Eltern.

Ich empfinde jetzt diese Wut, weil mein Sohn Wasser durchs Wohnzimmer gespritzt hat. Und was mach ich jetzt damit?

Der erste Schritt ist es, dieses Gefühl zuzulassen und das System zu beruhigen, damit es nicht in den Notmodus fällt.

Das klappt viel besser, wenn wir die Emotion da sein lassen, statt sie versuchen zu unterdrücken. Spannenderweise verschwinden sie dann auch viel schneller wieder, als wenn wir versuchen sie wegzudrücken.

Grundsätzlich gilt: Alle Gefühle sind wichtig und gut.

Je nachdem, was du selbst in deiner Kindheit in Bezug auf die «schwierigen» Gefühle, wie Wut, Traurigkeit oder Scham gelernt hast, sträubt sich einiges in dir gegen diesen Gedanken.

Möglicherweise hast du sogar hinderliche Annahmen in Bezug auf die angenehmen Gefühle mit auf den Weg bekommen. Manche Menschen tun sich schwer mit Fröhlichkeit in den «falschen Momenten».

Welches Verhältnis hast du zu deinen Gefühlen?

Möchtest du es verändern? Dann melde dich gerne bei mir zu einem kostenlosen Kennenlerngespräch oder schreibe mir unter goni@mamaleicht.ch. Dann schauen wir, wie du deine Emotionen annehmen und zulassen kannst.

3. Ändere deinen Fokus

Wir neigen dazu, unseren Fokus auf vermeindliche Fehler und Schwächen zu lenken. Sowohl bei uns, als auch bei unseren Kindern und anderen Mitmenschen.

Das ist schade, denn so verpassen wir schöne Momente, wo wir unsere Stärke und Fähigkeiten gekonnt eingesetzt haben.

Vielleicht bist du eine gute Zuhörerin oder hast kreative Bastelideen. Oder du bist ganz entspannt, wenn deine Kinder sich in Pfützen wälzen oder du kannst schöne Frisuren flechten. Auch einfach nur da zu sein, so wirklich da im Moment mit deinem Kind ist eine Stärke oder offen mit deinem Kind über schwierige Themen zu sprechen.

Wie gut kennst du deine Stärken und Fähigkeiten?

Ich kannte meine lange nur sehr schlecht und entdecke auch heute immer wieder neue. Dazu führe ich persönlich ein Fähigkeitentagebuch, wo ich diese jeweils reinschreibe.

Möchtest du deinen Fokus mehr auf deine Fähigkeiten richten, dann beginne doch auch ein Tagebuch. Schreiben hilft uns den Kopf zu ordnen und uns unserer Gedanken bewusster zu werden.

Schreibst du spezifische Dinge auf, dann kann es dir helfen deinen Blick darauf zu verändern. Notiere dir also jeden Tag 3 Dinge, die heute schön waren, toll gelaufen sind oder auf die du stolz bist. Dazu kannst du schreiben, welche deiner Stärken oder Fähigkeiten es möglich gemacht hat, dass dieser Moment schön war.

Du wirst merken, schon bald fallen dir immer mehr solche Situationen auf.

4. Höre auf dein Bauchgefühl

Unsere Gesellschaft macht uns manchmal glauben, dass nur eine rationale Entscheidung eine gute Entscheidung ist. Dem ist aber überhaupt nicht so.

Mit dem bewussten Denken können wir nur einen Bruchteil der vorhandenen Information verarbeiten. Doch die Gesamtheit aller Informationen, die wir über eine Situation besitzen ist in unserem Unterbewusstsein vorhanden. Diese wird dort zusammengebracht, verknüpft und analysiert. Daraus entsteht unser Bauchgefühl* oder unsere Intuition. Also ist diese Information viel komplexer.

Das Gefühl die Intuition sei weniger zuverlässig kommt daher, dass wir in unserem Bewusstsein nicht nachvollziehen können, woher sie kommt.

Bei einer Entscheidung schreibe dir beide Möglichkeiten auf und dann spüre mit geschlossenen Augen jeweils hinein. Wie fühlt es sich an? Siehst du eine Farbe? Spürst du etwas in deinem Körper?

Wenn du erst mal wieder in Kontakt mit deiner Intuition gekommen bist, dann wirst du diese immer öfter hören können. Die besten Entscheidungen wirst du treffen können, wenn du deine Intuition und die Rationalität zusammenarbeiten lässt.

Hier möchte ich betonen, dass du den Teil mit der Information nicht auslassen solltest. Da du hier auf dem Blog bist, bedeutet, dass du dich sehr wohl informierst. Würdest du dich nur auf die Intuition verlassen, ohne diese mit aktueller Information zu füttern. So würdest du handeln, wie du es von Eltern, Umgebung, usw. kennst, nicht so, wie es für dich passt.

5. Finde heraus, was dir im Wege steht

Was verhindert, dass du deine volle Stärke entwickeln kannst? Mache dich auf die Suche nach wiederkehrenden Mustern und Glaubenssätzen. Stelle dir dazu folgende Fragen:

  • Was macht mich traurig, wütend oder nervt mich oft?
  • Welches Verhalten regt mich auf?
  • In welchen Situationen verhalte ich mich anders, als ich es gerne würde?

Die Antworten auf diese Fragen vermitteln dir ein gutes Bild, wo sich die Räuber deiner Stärke versteckt halten. Allein das Wissen darum kann schon eine grosse Veränderung bewirken, weil du ein Auge auf diese Räuber haben kannst.

Ich arbeite dann sehr gerne mit Affirmationen, welche du den Glaubenssätzen oder Annahmen entgegenstellen kannst.

6. Verabschiede dich von deinen Ängsten

Eine einfache Übung, um deiner Angst weniger Kraft zu geben ist, ihr einen Abschiedsbrief zu schreiben. Beim 5. Tipp sind vielleicht auch einige Ängste zum Vorschein gekommen oder du kennst deine Ängste sowieso schon lange. 

Vielleicht fürchtest du dich davor alleine zu sein, ausgelacht zu werden, nicht zu genügen oder Fehler zu machen. Nimm eine deiner Ängste und bedanke dich erst in dem Brief dafür, was sie dir ermöglicht hat oder wovor sie dich bisher geschützt hat. Dann erkläre ihr, warum du sie nun nicht mehr brauchst und was dir hilft, ohne sie klar zu kommen. Zum Schluss verabschiedest du dich von ihr und wünschst ihr alles Gute.

Meine Angst davor nicht zu genügen hat mir zum Beispiel dabei geholfen grosse Leistungen zu erbringen. Ich brauche sie aber nicht mehr, weil ich meine Ziele kenne und gerne auf diese hinarbeite.

7. Körper und Geist arbeiten zusammen

Du kannst auch noch so Resilient und voller Selbstvertrauen sein, wenn du hungrig und unausgeschlafen bist, werden sich diese Fähigkeiten verkriechen. Dann bleibt keine Kapazität mehr für irgendwelche Stärken.

Also schau gut zu dir:

  • Gönne dir Auszeiten
  • Bewege dich an der frischen Luft
  • Ernähre dich ausgewogen
  • Schlafe genügend

Schwierig als Eltern? Ja.

Unmöglich? Nein.

Wie steht es um deine innere Stärke und Resilienz als Eltern?

Vorherige Podcastfolge: Mutter Sein leichter gemacht – Wie du mehr Leichtigkeit in deinen Mama-Alltag bringst (mit 3 Möglichkeiten)